12/12/2009

Von Jürgen Scharf Inzlingen.


Paolo Dolzan und Piermario Dorigatti zusammen mit der barock gewandeten Galeristinnen-Tochter Henrietta Duerschlag in der Ausstellung Die Dame und ihr Schatten.
Foto: Jürgen Scharf


Die Dame des Hauses empfängt bei der Vernissage die Besucher in einer Spätrenaissance-Robe; auch die Tochter rauscht barock gewandet durch die Räume. Das Outfit aus dem Theater-Kostümfundus in der Ausstellung Die Dame und ihr Schatten in der Galerie Altes Rathaus Inzlingen hat seinen guten Grund: Geht es doch in der Doppelschau der beiden italienischen Maler Paolo Dolzan und Piermario Dorigatti um den aktuellen Blick auf die alten Meister, um das Verhältnis zwischen der modernen Malerei und den großen Bildnismalern der Kunstgeschichte.
Vor allem Dolzan beschäftigt sich mit den Meisterwerken von Rembrandt, Rubens, Caravaggio, van Dyck und schafft großformatige zeitgemäße Persiflagen dieser Meisterbilder. Der Betrachter muss die historischen Bildquellen immer im Hinterkopf behalten, damit der schockartige Eindruck und Einbruch in die Groteske sowie oft grausige Metaphern abgemildert wird. Denn der in Trient lebende Maler Dolzan bedient sich der ähnlichen manischen und verzweifelten Metaphorik wie die entsetzten Visionäre, namentlich Francis Bacon. Diese Maler zeigen das gefährdete und beschädigte Leben in Gestalt historischer und heutiger Figuren mit ihren verzerrten Physiognomien. Da fällt auch Dolzan etwa mit dem Rembrandt-Selbstporträt darunter, mit Hieronymus Boschs apokalyptischem Triptychon des Deliziösen, van Eycks Cavaliere (Ritter), Das Kind von Rubens, Der Ungläubige Thomas nach Caravaggio: alles gemalt in barockem Duktus zwischen bitterernst, tragisch und ins Lächerliche gezogen oder parodistisch verfremdet.
Dolzan ist von beiden Künstlern der barocke, dunkle, während Dorigatti aber nur auf den ersten Blick der bunte, fröhlichere ist, denn eigentlich sind in seinen Bildern bei genauer Betrachtung die Gesichter auch deformiert. Jeder der beiden Maler hat seine eigene Sprache, die kunsthistorisch untermauert ist. Während Dolzans großes Thema klassisch-barock ist, eine hinterfragende Reminiszenz an die alten Meister, so ist Piermario Dorigattis Thema der Schatten. Es ist ein großes Thema der Romantik. Man denke nur an Chamissos berühmte Märchennovelle Peter Schlemihls wundersame Geschichte, in welcher der Held seinen Schatten verliert, an E.T.A. Hoffmanns fantastische Erzählungen um einen verkauften Schatten oder an Richard Strauss Oper Die Frau ohne Schatten.
Es sind romantische Beispiele des Teufelspaktes. Es ist also eine Replik auf den Schlemihl. Damit setzt sich Dorigatti in seinen gemalten Schatten auseinander. Die Auflösung der physischen Welt wird von ihm auch malerisch theatralisch so umgesetzt: Die Figuren erscheinen nur angedeutet mit verwischten Konturen und verschatteter Physiognomie auf einer imaginären runden Bühnenebene. Also beide Maler beschäftigen sich mit verschiedenen Epochen und der Tradition der Malerei aus der Sicht von heute. 3 Bis 12. Dezember, Donnerstag bis Samstag, 17 bis 20, Sonntag, 14 bis 20 Uhr.

5 commenti:

Anonimo ha detto...

Hallo.
Ich mochte mit Ihrer Website paolodolzan.blogspot.com Links tauschen

Anonimo ha detto...

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- Norman

Anonimo ha detto...

Ich habe gemeint, über so etwas auf meiner Webseite Post und ihr habt mir eine Idee. Cheers.

Anonimo ha detto...

Vielen Dank, gute Arbeit! Dies war das Zeug, das ich hatte zu haben.

Anonimo ha detto...

Ich habe einige wunderbare Weisheit.